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Biographie

17.12.1968

Das kann kein Zufall sein: Genau 65 Jahre nach dem ersten Motorflug der Gebrüder Wright am 17.12.1903 kam morgens um 10:45 Uhr der kleine Martin in Iserlohn zur Welt. Spätere Recherchen ergaben, dass er sich zu sehr beeilt hat und die Zeitverschiebung nicht beachtete: Um zeitgleich mit dem historischen Flug das Licht der Welt zu erblicken, hätte er noch ein paar Stunden warten müssen....

Ein paar Jahre lang passiert nix, außer dass der kleine Martin immer mal wieder im Kindergarten das große Holzhaus an der Außenfassade beklettert, anstatt wie jeder andere auch im Inneren die Treppe zu nehmen. 

1975 Martin wird in die Grundschule Sümmern eingeschult.

1979 verläßt er diese nach der 4. Klasse,
um dann ins verruchte Menden zu eilen, um dort weiter in dieser verrufenen Nonnenschule zu lernen. Dort wurde vergeblich versucht, ihm endlich Manieren beizubringen.

September 1981: nicht die erste, aber eine schicksalhafte Begegnung mit einem Messerschmitt Kabinenroller, der einsam und verlassen in England beim Beaulieu Autojumble auf einen Käufer wartet. Martin kratzt alle Kohle zusammen, Papi schüttelt den Kopf, ist aber einsichtig. Hat er nun davon, schließlich war er genauso verrückt in dem Alter. Trotzdem kommt der Kauf nicht zustande, ein Japaner macht den Preis in letzter Minute kaputt, steigert über das Sauer- Limit und bekommt den Wagen nach dem Wurf einer Münze.

Dezember 1981: Martin kommt am 24. abends in die heimische Garage, findet einen Fallschirm unter der Decke, unter dem sich ein Messerschmitt KR 200, Baujahr 1962 versteckt hat. Martin ist selig, auch wenn er den Wagen zur Belohnung noch bezahlen darf. Na ja, ein vernünftiges Auto sollte in der Familie vorhanden sein. Und das ist er mittlerweile schon über 20 Jahre.


1987: Martin’s Biologie- LK Lehrer lässt sich zu folgender Bemerkung hinreißen: „Martin, Du wirst nie Pilot!“ Ätsch. Bin ich doch geworden.

1989: Martin bekommt sein Abitur verliehen und holt es sich im fertig restaurierten Kabinenroller ab. In den folgenden 2 Jahren wird in der Winkelmann Kaserne in Iserlohn, beim Fallschirmjägerbataillon 271, oft ein blauer, nach Castrol TTS stinkender Kabinenroller gesichtet. Irgendjemand spricht unterwegs Papi Sauer an, er hätte in Iserlohn tatsächlich einen Soldaten gesehen, der wohl in einem Messerschmitt zum Dienst fuhr. Papi Sauer tut so, als würde er den Fahrer dieses wunderschönen Fahrzeuges nicht kennen und ergreift die Flucht.

Martin gefällt es jedenfalls bei dem Verein so gut, dass er anstatt 18 Monate gleich zwei Jahre dabei bleibt und 28 Mal aus heilen, völlig intakten Flugzeugen und Hubschraubern springt.  Ja, sogar eine vierstrahlige C 141 Starlifter war dabei!

1991: Der Kabinenroller wird immer öfters in Bochum gesehen: dort, bei den Fahrzeugwerken Lueg, hat sein Besitzer eine Lehre als Kfz- Mechaniker begonnen. Der Berufschul- Klassenlehrer hat ein Einsehen und schickt Martin nach ein paar Wochen eine Klasse höher, damit er nicht 3,5 sondern nur 2,5 Jahre mit dem Messerschmitt so viele Kilometer fahren muß. Trotzdem schafft Martin tatsächlich den zweitbesten Abschluß des Kammerbezirkes. Lutz! Gib’s zu- Du hast doch von mir abgeschrieben! Und ich fahre mit dem Messerschmitt sowieso Kreise um Deine Isetta!



Zwischendurch hat es den Martin in die Luft gezogen: an diversen Flugplätzen im Sauerland, hauptsächlich in Sümmern, Arnsberg und Werdohl- Küntrop treibt Martin sein Unwesen in der Luft. Besonders diese Cessna 180 in Küntrop hat es ihm angetan: 4 Leute steigen zu ihm ein, um irgendwo bei 3000 Metern Höhe wieder auszusteigen. Dabei fliegt Martin gar nicht so schlecht. 

Mit den Fluglotsen in Düsseldorf spricht Martin zur erforderlichen Absetzfreigabe immer vom "Deppenwerfen". Ein Begriff, der mittlerweile in deutschen Springerkreisen wohlbekannt ist und sogar im Buch "Rodscher Zwo" veröffentlicht wurde. Die Springer nennen Martin auch heute noch ihren "Deppenwerfer", wenn er sich mal wieder am Platz sehen läßt. Die geräuscharme, vierblättrige Luftschraube (im Volksmund auch "Propeller" genannt!), wird von Martin verächtlich als "Schiffsschraube" bezeichnet. Die "Sierra Whiskey" hat jedenfalls ein Rad hinten, genauso wie der Kabinenroller. Wahrscheinlich lieben sich die zwei deswegen so.

1995: Martin lässt seinen Messerschmitt für ein paar Monate alleine, um in der Nähe von Oxford/England an alten Bugattis herumzuschrauben. Seiner Meinung nach das einzig vernünftige, was automobiltechnisch jemals in Frankreich entstanden ist. Näheres zu dieser Firma findet Ihr im Internet, genauer hier: IvanDutton


Die viele Schrauberei brachte jedoch die Erkenntnis, dass das Arbeiten an den eigenen Fahrzeugen doch wesentlich mehr Spaß macht als an den fremden. Vor allem weil die eigenen sich stetig vermehrten und immer Arbeit genug da war. Und mit diesem Traum vom Fliegen nervt er ja eh' schon seit Jahren. Deshalb beschließt Martin, sein zweites Hobby nun zum Beruf zu machen: Er zieht für ein Jahr nach Mönchengladbach, um dort den Verkehrsflugzeugführerschein zu machen.

Die weiteren Stationen des fliegerischen Berufslebens sind in ganz Deutschland verteilt: Zuerst München, dann Iserlohn, über 6 Jahre Hamburg (2001-2007), inzwischen wieder zurück in der Heimat als Flugkapitän auf Hawker 800/850XP. Flugzeugtypen kennt der Martin inzwischen eine ganze Menge, von Boeing's über Lear Jet's und Cessna's war alles dabei. Sein Traum ist nach wie vor das Space Shuttle, oder, noch besser, die Concorde.

Anmerkung der Redaktion: Das mit der Concorde hat sich ja nun wohl erledigt! (24.10.2003)

Seinen Messerschmitts ist er mittlerweile schon seit über 20 Jahren treu, und es sind stetig mehr geworden. Der Anfang war mit dem dreirädrigen KR 200 gemacht, inzwischen konzentriert er sich aber auf die berühmten Tiger, die mit den 4 Rädern. Es gab auch zwischendurch ein paar andere Autos (BMW 2002 Turbo und Borgward Isabella Coupe), doch das waren nur Zwischenstationen.










 
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