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davon träumt so gut wie jeder, der sich dem Oldtimerhobby verschrieben hat: Die Teilnahme am berühmtesten und bedeutensten Oldie- Event der Welt, der Mille Miglia in Italien. 1927 zum ersten Mal gestartet, war sie bis 1957 ein richtiges Rennen auf Bestzeit, nach schwerem Unfall und zwanzig Jahren Pause wurde sie 1977 wieder als Oldtimerrallye gestartet. Sehr schwer ist es, ins erlesene Teilnehmerfeld aufgenommen zu werden, es reicht nicht nur ein Auto, dessen Typ 1927 - 1957 am richtigen Rennen teilnahm, auch das eine oder Vitamin soll ganz hilfreich sein. 2004 haben wir es also geschafft, als einer von 16 BMW 328 vom 06. bis zum 09. Mai mit dabei zu sein. Die Teilnehmer kamen insgesamt aus 29 Ländern, und einige haben eine richtig weite Anreise aus Australien, Japan, Malaysia oder auch aus Kanada oder Kolumbien auf sich genommen. Gefahren wird heute nicht mehr auf Bestzeit, die Wertung ergibt sich aus den Sonderprüfungen, in denen auf die hunderstel Sekunde genau eine Sollzeit eingehalten werden muß. Damit der Spaß erhalten bleibt, fahren auf der ganzen Strecke Motorradpolizisten mit, die einem teilweise sehr agressiv die Straße freimachen; die roten Ampeln, an denen ich während der knapp 1500 km angehalten habe, die kann ich an einer Hand abzählen und es wird selbst in dickstem Gegenverkehr überholt. Und, das ist das bemerkenswerte, nicht einer von den vielen, die wegen uns an die Seite fahren mußten, hat uns den Vogel oder den Finger gezeigt. Ganz im Gegenteil, angefeuert wird man, je schneller und lauter man unterwegs ist. In der Heimat wären wir wahrscheinlich mit Blumen beworfen worden- Blumentopf noch dran, versteht sich.

Das ist das Startfoto: Donnerstag abend, 21:03:00 offizielle Startzeit zur Nachtetappe nach Ferrara. Alle 20 sek. startete ein Auto der insgesamt 373 Teilnehmer.

Außer uns waren auch noch jede Menge anderer Prominente dabei, dieser 2- malige Formel 1 Weltmeister etwa, diverse königliche Hoheiten und eben: wir, die zwei aus Sümmern.

Ankunft in Ferrara, Donnerstagnacht, nach 01:00h: die ganze Stadt ist auf den Beinen, eine mehrere 100m lange beleuchtete (fast wie eine Landebahn!) Rampe mit rotem Teppich wurde gebaut, auf der wir feierlich in Empfang genommen wurden. Toll zu sehen war, wie nachts bei einigen nur sehr spärlich beleucheten (einer gar nicht- wir sahen immer nur ein reflektierendes Nummernschild über die Straße tanzen!) Vorkriegsfahrzeugen für zusätzliche Beleuchtung gesorgt wird: Durch lange Flammen aus dem Auspuff beim Runterschalten oder Zwischengas geben. Muß man erlebt haben!

Freitagmorgen um kurz nach sieben schon wieder Start zur Etappe nach Rom: dieser Tag sollte alles an Wetter zu bieten haben, was es so gibt: Sonne, Regen, Hagel und, wie hier auf dem Bild, auch Schnee. Hagel bei 120 km/h im Gesicht war eine völlig neue Erfahrung für uns. Und sehr schmerzhaft dazu: Wir mußten glatt anhalten und für eine 4tel Stunde den großen Schirm aufspannen, der über das ganze offene Cockpit paßt.

und die Polizei sorgte mit diesen nagelneuen BMW Motorrädern dafür, daß die Straße immer frei war für die Teilnehmer. Für die ganzen Sachen, die wir uns im normalen Straßenverkehr unter Polizeiaufsicht erlauben durften, wären wir in Deutschland für die nächsten 150 Jahre den Führerschein los.

irgendwo sind wir hier recht flott unterwegs, das Bild von Samstagnacht in Rom ist leider nichts geworden: Wer kann schon von sich behaupten, nachts um 01:00 mit Polizeieskorte im BMW 328 über den Petersplatz in Rom gefahren zu sein? Natürlich habe ich als Zeichen meiner Hochachtung vor diesem heiligen Ort einmal kräftig Zwischengas gegeben, und mit dem einen oder anderen Öltropfen haben wir den Platz auf unsere Weise gesegnet.

Piazza di Campo in Siena, normalerweise für Autos gesperrt, doch für die MM gibt es auch hier eine Ausnahme.

und hier sieht man die Truppe aus Bayern, die seit 10 Jahren an der Strecke für Stimmung sorgt: bei Wind und Wetter nur mit T-shirt und Weste bekleidet, wird jedes Teilnehmerfahrzeug mit lautem Radau und Tröten begrüßt. Dieses Jahr im Verlauf der Strecke an insgesamt 7 Stellen. Ihr wart spitze, Jungs!

Und am Samstag auf dem Rückweg von Rom sind wir trocken geblieben, das mußte auch so sein, unsere Klamotten hatten im Hotel in Rom nur knapp 5 Stunden Zeit zum trocknen.

Futa/Raticosa Pass, am Sonntag bei bestem Wetter

Und daß auch andere Autos, die nicht rot sind, in der Ferrari Stadt Modena begeistert empfangen werden, sieht man hier.

Zielankunft: 1500 km später, in Brescia, Samstagabend so gegen 22:30, die ganze Stadt mal wieder auf den Beinen, unterwegs die Schulen hatten frei und alle Kinder standen zum Winken an der Straße. Unmöglich bei uns- Ausnahmezustand in Italien. Für mich war es sehr, sehr wahrscheinlich ein einmaliges Erlebnis, das sich wohl kaum wiederholen läßt. Vielleicht fahre ich mal zum gucken wieder hin... !

Endergebnis: Es siegte zum achten Mal das Team Cané/Galliani, auf dem originalem BMW 328, der schon 1940 dieses Rennen unter v.Hanstein/Bäumer gewann. Die Damenwertung ging ebenfalls an BMW, an das Team Boni/Barziza, na auf welchem Fahrzeug wohl, BMW 328. Der Markenpokal ging ebenfalls an BMW, wenigstens etwas, an dem wir mit unserem 217. Platz teil hatten. Und den zweimaligen Formel Eins Weltmeister haben wir klar distanziert: weit, weit hinter uns landete das Ehepaar Hakkinen auf Platz 224. Und Ihr dürft uns jetzt "Weltmeister Hakkinen Besieger" nennen!

 
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