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Geschichten, die das Leben schrieb- oder so sollte diese Rubrik heißen. Jedenfalls möchte ich hier Tatsachen aus dem täglichen Leben erzählen, weil sie lustig sind und vor allem: wahr!
Tja viele Geschichten gibt es z.B. von meiner Bundeswehrzeit zu erzählen...
z.B. hatten wir, mitten im Sommer bei ca. 30°C, Kompaniebesichtigung. Die läuft so ab, dass der Kommandeur sich ein paar Tage lang die Kompanie bei allen möglichen Tätigkeiten anguckt. Höhepunkt des Ganzen war eine 36 Stunden Übung, an deren Ende wir irgendwo im Niemandsland abgesetzt wurden und dann nach Hause laufen mussten. So richtig mit Gepäck, voll bewaffnet, schwarz angemalten Gesichtern und so weiter. Kurz vor’m Ziel, wir gingen alle fast schon auf dem Zahnfleisch, da sitzen zwei alte Rentner auf der Bank, schauen uns an und der eine sagt: „Mit Euch kann man aber auch keinen Krieg gewinnen!“
Kurze Pause, und dann, furztrocken wie immer, unser Obergefreiter Sprack: „Ihr habt auch keinen gewonnen, also seit mal schön still!“
Oder unser 2- wöchige Aufenthalt in den USA, bei der 82nd Airborne Division in Fort Bragg, NC: (Ja genau, das ist da, wo Rambo in Rambo 2 wieder hin will: „Ich wünschte ich wäre wieder in Bragg!“) Brauch ich hier nicht weiter ausführen, dass nur die härtesten von allen dort sind. Und wir, die 3./271 aus Iserlohn, natürlich. Jedenfalls sind wir dort auch ein paar Mal aus Flugzeugen gesprungen, so wie die Fallschirmjäger nun mal sind. Es läuft so ab: Mindestens 3 C-141 Starlifter (4strahlige Düsentransporter) fliegen nebeneinander her und setzen gleichzeitig ihre Springer ab. Die Springer, so knapp 120 pro Flugzeug, stehen in 4 Reihen im Flugzeug hintereinander (ja wie in England, einer nach dem anderen!) und laufen zu den Türen hinaus, die hinten rechts und links am Rumpf des Flugzeuges geöffnet sind. Die Absetzplätze in den USA sind riesengroß, in der Regel braucht ein Flugzeug nur einen Anflug und die Maschine ist leer. Diesmal war es anders: Unsere Maschine hatte zu spät angefangen abzusetzen und der Absetzplatz ging aus, das heißt nach der großen Wiese folgte ein Wald und in den springt man ungern. Also rotes Licht und der Absetzer hält seine ausgestreckte Hand gegen die anstürmenden restlichen 5 oder 6 Iserlohner Fallschirmjäger und versucht die Meute zu stoppen. Da hat er aber nicht mit unserem Obergefreiten Ventker gerechnet, ein Kerl wie eine deutsche Eiche, groß und breit wie ein Kühlschrank, wie alle deutschen Fallschirmjäger. Eine abweisende Handbewegung, Absetzer fliegt in die Ecke, die restlichen Iserlohner Fallschirmjäger setzen sich selber ab.
Resultat: 5 Baumlandungen, keiner verletzt, Zugführer stolz wie Oskar!
Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame, die hier meint, entschieden zu kurz zu kommen, auch ein paar Anekdoten:
Wir hatten damals einen VW Bus, den eckigen, (Typ 2?) mit einer recht sportlichen Motorisierung: Ich glaube er hatte 112 PS. Das reichte locker für 170 km/h und auch die Beschleunigung war, für ein Auto mit einem cw- Wert eines Kühlschranks, mehr als ausreichend. Eines Tages nun waren Dorit (ja meine einzige und noch dazu Lieblingsschwester!) und ich mit diesem Teil in Iserlohn unterwegs. Auf der Seilerseestraße vor uns ein alter Kadett, mit Pinsel hinten auf der Kofferraumkante stand geschrieben: GTI- Killer . Super, fanden wir, ich schnell daneben gefahren, Ampel wurde Grün und der Kadett wurde nicht mehr gesehen. An der nächsten Ampel standen wir wieder nebeneinender, Dorit läßt die Seitenscheibe herab (natürlich elektrisch!), der Typ macht das dümmste Gesicht, was er nur machen konnte. Dorit schaut ihn an, grinst und sagt: "GTI- Killer, aber einen ollen VW- BUS, den schaffste nicht!" Der Typ, recht bedröppelt, murmelt was von "Na ja, Winterauto, ähem... ! Aber wir können ja mal gucken, was bis zur nächsten Ampel passiert!" Kein Problem, ich glaube er hat sein Auto nach der nächsten Ampel einfach zum nächsten Schrottplatz gefahren.
Erste Flüge mit dem Lear Jet in München: da gab es einen Kapitän, der hielt sich für den allergrößten, alle Copiloten unternahmen seiner Meinung nach nur „Flugversuche“ und konnten ja sowieso nichts. In meiner ersten oder zweiten Woche bei dieser Firma kamen wir als Ambulanzflug irgendwo aus Ägypten zurück und über Brindisi, in FL 410 (so knapp 13km hoch) kam eine Stimme im Funk: „Martin, bist Du das?“ Natürlich, er war es, Kapitän fiel fast von seinem Stuhl, „ich fliege schon 30 Jahre und mich hat noch nie jemand am Funk mit Namen begrüßt“ und so weiter konnte ich mir anhören. Konnte er ja auch nicht wissen, dass der gute Peter, der das Appartment nebenan hatte, auch gerade unterwegs war. Jedenfalls landeten wir dann abends in Köln, gingen ins Hotel, um am nächsten Morgen dort wieder wegzufliegen nach Frankfurt. Was Kapitän nicht wusste, war, dass der gute Martin den Charly kennt, seines Zeichens Fluglotse in Düsseldorf: Wir also morgens in Köln wieder los, fahren das Fahrwerk ein, und am Funk: „Guten Morgen Mattin, climb FL 150, direct Metro!“ oder so ähnlich. Es reichte jedenfalls, um den guten, von sich so überzeugten Kapitän völlig aus der Fassung zu bringen. „Schon das zweite Mal, wo kennen sie Dich eigentlich nicht, ist mir ja noch nie passiert“ usw usw. Jedenfalls war er danach mir gegenüber etwas vorsichtiger, ganz vorbei war es dann, als wir in Rostock- Laage beide Gelegenheit bekamen, den dortigen MIG 29 Simulator zu fliegen: Er ist bei der Landung gecrasht, ich nicht, und ich habe noch dazu 4 Gegner abgeschossen, er nur 2. Ätsch. Fand ich große Klasse, er war etwas kleinlaut danach.
Und in England bekam ich dann tatsächlich Gelegenheit, einmal in einer originalen Messerschmitt Me 262, dem ersten einsatzfähigen Düsenjäger der Welt, probezusitzen: Phil, seines Zeichens Präsident des englischen Messerschmitt Clubs, ermöglichte mir dies im RAF Museum Cosfort bei Birmingham. Super! Ich wollte sie gleich heim ins Reich fliegen, doch nach über 50 Jahren... sie sprang einfach nicht an.... ! Genau dieses Flugzeug wird bald ins RAF Museum nach Hendon verlegt, mitten in London, wenn Ihr dort seit dürft Ihr eine Gedenkminute für mich einlegen!
Irgendwann im Winter 2005 fuhr ich eine Runde mit dem M1 um's Dorf, um ihn nach längerer Standzeit mal wieder warm zu fahren. Auf mindestens 5 Kilometern folgte mir immer ein Streifenwagen der Polizei und ich hatte mich schon auf eine Kontrolle vorbereitet. Daß ich mich strengstens an alle Verkehrsvorschriften hielt, versteht sich von selbst. Als ich in Richtung heimischem Hof abbog, fuhr er jedoch weiter. Wochen später wird Uli von einem Polizisten angesprochen: "Haben Sie einen BMW M1?" "Ja, wieso?" "Ja da sind wir neulich lange hinterher gefahren- der hat sich so schön angehört!"
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